 Vorwort des Herausgebers

„Nicht noch ein Buch zum Thema Brustkrebs“, war mein erster Gedanke, als Alexandra von Stein mit ihrem Manuskript erwartungsvoll vor mir saß. Hatte ich doch gerade gelesen, dass die Anzahl an neuen Titeln rund um dieses Krankheitsbild in den letzten Jahren gigantische Ausmaße angenommen hat.
Ich versprach dennoch, einmal ins Manuskript hineinzuschauen und war sofort sehr beeindruckt von der Art und Weise, wie die Autorin mit diesem sensiblen Thema umgeht. Sachlich und doch sehr persönlich und dazu mit einer guten Portion Selbstironie und Humor hat sie sich mit diesem dunklen Kapitel in ihrem Leben auseinandergesetzt. Und es mit dem besonderen Charakter in Form von E-Mail Nachrichten in eine verständliche und nachvollziehbare
Form gebracht. Wunderbar geeignet, Betroffenen und deren
Angehörigen einen tiefen Einblick in die erfolgreiche Bewältigung
einer lebensbedrohlichen Krankheit zu geben und auch Mut zu
machen, nach einer Krebsdiagnose den Kampf ums Überleben aktiv
aufzunehmen.
Eines ist klar: Alexandra von Steins privilegierte Situation machte
es ihr möglich, ihren Kampf ohne existenzielle Sorgen und Nöte zu
führen. Ihre finanzielle Unabhängigkeit erlaubte ihr, regelmäßig zu
verreisen und sich so manche Art der Zerstreuung und Unterhaltung
leisten zu können. Das ist bei vielen Betroffenen nicht der Fall.
Aber dennoch: Die Ideen, Anregungen, die sie in ihrem Buch vermittelt,
sind für jeden wertvoll. Denn vieles lässt sich nach ähnlichem
Muster erfolgreich umsetzen. Kontakt zu Menschen die man
mag, Wandern durch die Natur, sportliche Betätigung unter freiem
Himmel, ein tiefes, bewusstes Atmen in frischer Luft, eine schöne
Geschichte, positive Gedanken – jeder kann hierbei seine eigene
Strategie entwickeln, einen Weg zu finden, der aus dem Tief herausführt.
Eine der schönsten Taktiken Alexandra von Steins: der regelmäßige
Kontakt per E-Mail zu ihren Freunden und Verwandten. Ein simples
Konzept, alle wichtigen Menschen gleichzeitig zu erreichen und zu
informieren, aber dennoch ungeheuer effektiv. Und die Antworten,
die in diesem Buch exemplarisch wiedergegeben sind, machen
deutlich, wie genial doch diese Art der Informationsvermittlung ist,
wie hilfreich, tröstend und ermunternd auch der noch so kurze Dialog
per Internet sein kann.
Mich hat das Konzept dieses Buches überzeugt. Und ich kann mir
gut vorstellen, wie wertvoll die positive Grundstimmung, der Optimismus
sowie die vielen kleinen und großen Tipps, Ideen und
Gedanken für Erkrankte und deren Angehörige sein mögen. Deshalb
möchte ich dieses Mutmach-Buch, das seinen Titel tatsächlich verdient,
allen ans Herz legen, die mit der Diagnose Krebs leben müssen
sowie auch denjenigen, die in irgendeiner Weise – sei es als
Freund, Verwandter oder Bekannter – involviert sind. Ihnen allen
wünsche ich die nötige Kraft und Zuversicht für die erfolgreiche
Bewältigung ihrer Krankheit und den Mut, sich stark und selbstbewusst
ihrem Schicksal zu stellen.
Ertay Hayit, Köln
Herausgeber

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